Zum Inhalt

Ist „mein“ Strom nachhaltig?

Auch Elektroautos brauchen einen Antrieb. Und am Besten stammt der Strom aus der Ladestation aus nachhaltigen Quellen – gut für das Gewissen, gut für die Umwelt.

 

Gute Frage. Und total berechtigt. Denn mit dem Kauf eines Elektroautos rechtfertigt man ja auch seinen eigenen Individualverkehr, da man ja ohnehin etwas für die Umwelt tut, weil man ja elektrisch unterwegs ist. Und der Strom kommt ja ohnehin aus der Steckdose, pardon, Ladestation, oder?

Die Frage nach „grünem“ Strom ist wohl neben der Fragen nach der „richtigen“ Batterie die Mutter aller Fragen, wenn es um E-Mobilität geht. Die Antwort findet man dort, wo der Strom seinen Ursprung hat, und da befindet sich Österreich durchaus in einer Vorzeigerolle: Im Vergleich mit allen EU-Ländern hat Österreich nämlich den größten Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch – stolze 75 % (2019). Wie nachhaltig wir nun unsere Elektrofahrzeuge aufladen, hängt ganz davon ab wo und wie der Ladevorgang vor sich geht und ob er eben auf nachhaltige Weise geschieht.

Schwarzmalen ist hier übrigens nicht angebracht, im Gegenteil: Selbst bei vollständiger Umstellung der derzeitigen Anzahl an PKWs auf Elektroantrieb, würde der heimische Strombedarf um nur rund 18 % steigen. Und das ist auch mit nachhaltigem Strom machbar, zeigt eine Studie der TU Wien auf.

 

Warum ist Elektromobilität nachhaltig und was bedeutet Nachhaltigkeit?

Ganz einfach: Strom, der aus Kohlekraftwerken oder aus Erdgas gewonnen wird, verbraucht Rohstoffe, die nicht ersetzt werden können. Strom aus Windrädern oder Wasserkraft hingegen kann ohne Rohstoffverbrauch aus erneuerbaren Ressourcen hergestellt werden, und darum geht es beim Thema Nachhaltigkeit.

Der Strommarkt in Österreich lässt sich mit einem Gefäß vergleichen, dass von unterschiedlichen Quellen gespeist wird. Wind- und Wasserenergie bilden große Anteile, aber auch Energie aus fossilen Energieträgern und Atomstrom fließt in Österreichs Stromnetzen. Die Garantie, nur nachhaltig gewonnenen Strom zu beziehen, funktioniert über eine Art Lizenzhandel der Anbieter. Ökostrom finanziert ausschließlich nachhaltige Stromerzeugung. Weil beispielsweise Strom aus Windkraft teurer ist als Atomstrom, sind diese Tarife aus nachhaltig gewonnenem Strom eine Spur teurer, aber garantiert nachhaltig. Mit einem „grünen“ Stromtarif kann man also nicht sicherstellen, dass ausschließlich „grüner“ Strom aus der Steckdose kommt, aber dafür sorgen, dass in „grüne“ Energieversorgung investiert wird – und diese kommt dann irgendwann natürlich auch aus jeder einzelnen Steckdose oder Ladestation.

Ins Jahr 2022 ist Österreich auf der Überholspur gestartet: Rund 60 % des Strombedarfs konnten im ersten Monat des Jahres 2022 nachhaltig gedeckt werden.

Volvo Elektromobilität - Ist mein Strom nachhaltig?
2020 stammten

%

der gesamten Stromerzeugung in Österreich aus erneuerbaren Quellen.
Volvo Elektromobilität - Ist mein Strom nachhaltig?
2022 ist Österreich auf der Überholspur gestartet: Rund

%

des Strombedarfs konnten im Januar nachhaltig gedeckt werden.

Welchen Einfluss hat die Mobilität auf Österreichs Emissionen?

Der Verkehrssektor verursacht aktuell 28 % der Gesamtemissionen in Österreich und ist der Einzige, der seit 1990 einen massiven Anstieg um fast 60 % zu verzeichnen hat. Mehr als die Hälfte aller Emissionen stammen aus dem PKW-Verkehr. Wenn diese Emissionen gesenkt werden sollen, muss der Strom dafür auch nachhaltig gewonnen worden sein. Ein Faktencheck in Österreich zeigt also: Gute Ausgangslage, aber „Augen auf“ beim Stromtanken.

Ladestationen mit Ökostrom sind normalerweise als solche gekennzeichnet, erfreulicherweise ist die aktuelle Situation grundsätzlich sehr gut. Laut E-Control wird an 90 % der insgesamt über 10.000 heimischen Ladepunkte Strom aus erneuerbaren Quellen bereitgestellt, Ökostrom ist also auch hier – vor allem beim weiteren Ausbau des Netzes - auf dem Vormarsch.

Erneuerbare Energien gibt’s übrigens nur in den Städten: Diese drei Ortschaften in Österreich erzeugen nämlich den meisten Solarstrom: ​

Volvo Elektromobilität - Ist mein Strom nachhaltig? Gabersdorf
Gabersdorf in der Steiermark:

kWp

pro 1.000 Einwohner
Volvo Elektromobilität - Ist mein Strom nachhaltig? Mettersdorf
Mettersdorf am Saßbach in der Steiermarkt:

kWp

pro 1.000 Einwohner
Volvo Elektromobilität - Ist mein Strom nachhaltig? Edelstal
Edelstal im Burgenland:

kWp

pro 1.000 Einwohner

Ladestationen mit Ökostrom sind normalerweise als solche gekennzeichnet, erfreulicherweise ist die aktuelle Situation grundsätzlich sehr gut. Laut E-Control wird an 90 % der insgesamt über 10.000 heimischen Ladepunkte Strom aus erneuerbaren Quellen bereitgestellt, Ökostrom ist also auch hier – vor allem beim weiteren Ausbau des Netzes - auf dem Vormarsch.

Jeder wurde wahrscheinlich schon einmal damit konfrontiert, wie unmöglich reine Elektromobilität in der Umsetzung sei. Das sind, wie man gerne sagt, fake news, denn genau das Gegenteil ist der Fall. Wie eine aktuelle Studie der TU Wien zeigt, ist eine 100 %ige Abdeckung des heimischen Strombedarfs selbst bei den vorhersehbaren Steigerungen des Energieverbrauchs mit erneuerbarer Energie bis zum Jahr 2030 umsetzbar - ohne signifikante Mehrkosten. Und schon jetzt ist ein ausschließlich nachhaltiges Aufladen von Elektrofahrzeugen ohne größeren Zusatzaufwand machbar.

Zur Hauptnavigation